Was ist Verhaltenstherapie?
Die Verhaltenstherapie gründet sich auf den Erkenntnissen der Lernforschung. Hierbei geht sie davon aus, dass menschliches Verhalten (Handeln, Denken und Fühlen) nicht angeboren, sondern erlernt wurde und somit auch wieder verlernt werden kann. So wie Menschen im Laufe ihres Lebens viele nützliche und notwendige Dinge erlernen - wie z.B. das Aufnehmen zwischenmenschlicher Kontakte und Motivation für Herausforderungen - so können auch ungünstige Verhaltensweisen - wie Ängste oder Süchte - erlernt werden.
Diese ungünstigen Verhaltensweisen können das Leben der Betroffenen erheblich einschränken (z.B. Angst, das Haus zu verlassen, Angst vor anderen Menschen, körperliche Folgeschäden aufgrund von Essstörungen, Leistungseinschränkungen und Versagensängste am Arbeitsplatz).
Ziel der Verhaltenstherapie ist die Änderung ungünstiger Verhaltensweisen. Das störende oder schädigende Verhalten sowie die typischen Situationen, in denen es auftritt, werden genau analysiert. Gemeinsam wird erarbeitet, in welchen Situationen das Problem weniger auftritt und welche hilfreichen Verhaltensweisen die Patientin/der Patient selber schon ausprobiert hat, um anders handeln zu können. In der Verhaltenstherapie sollen diese ungünstigen Verhaltensweisen wieder verlernt und neue Gewohnheit aufgebaut werden (z. B. Kontaktpflege anstelle sozialen Rückzuges).
In der Verhaltenstherapie werden so unterschiedliche Methoden wie Angstbewältigungsstrategien, Rollenspiele, Selbstsicherheitstrainings und sogenannte Selbstkontrollverfahren zum Teil auch in Alltagssituationen angewandt.
Verhaltenstherapie kann sowohl mit Erwachsenen als auch mit Kindern oder Jugendlichen in Einzel- und Gruppentherapie durchgeführt werden.


